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Mai 2010

| Bild: Doppelbelastung Heuschnupfen
Foto: digitalstock
|

Allergischer Heuschnupfen

Doppelbelastung

Allergischer Heuschnupfen plagt jetzt viele Menschen – auch bei der Arbeit. In manchen Berufen kommen weitere Belastungen der Atemwege hinzu, beispielsweise durch Stäube. Ein paar Hinweise helfen im Alltag und beugen einer Entwicklung zum allergischen Asthma vor.

Die Nase läuft, die Augen brennen, der Rachen juckt – für viele Menschen beginnt so das Frühjahr. Bei warmer Witterung schwirren die Pollen in der Luft und lösen die ersten Anfälle aus. Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion des Körpers gegen Pollen von blühenden Gräsern, Sträuchern oder Bäumen. Auch Tierhaare und Schimmelpilzsporen können Auslöser sein.

Das können Sie für sich tunHeuschnupfen kann den Organismus sehr belasten, die Leistungsfähigkeit erheblich einschränken und sich zu chronischem Asthma bronchiale entwickeln. So halten Sie die Belastung so gering wie möglich:
  • Kontakt mit den auslösenden Substanzen (Allergenen) möglichst meiden
  • Dämpfe und Lösungsmittel sowie Staubentwicklung bei der Arbeit vermeiden, ansonsten unbedingt Staubmasken tragen (meist ist eine P2-Maske ausreichend)

  • während der Pollenflugzeit beim Wechsel von draußen nach drinnen (z.B. Bauwagen) Gesicht und Hände waschen, Jacken etc. draußen lassen
  • vor dem Zubettgehen die Haare waschen und bei geschlossenem Fenster schlafen

  • eventuell Medikamente einnehmen (z.B. Antihistaminika), dabei aber unbedingt mögliche Nebenwirkungen wie eingeschränkte Fahrtüchtigkeit auch bezüglich des Führens von Maschinen beachten

  • sich wegen einer „Allergie-Impfung“ (Hyposensibilisierung) mit einem Arzt beraten

Die Zahl der Betroffenen ist in den letzten Jahren stark gestiegen: In Deutschland leidet heute etwa jeder fünfte Erwachsene unter Heuschnupfen-Symptomen. Manche Allergiker verspüren nur über wenige Wochen mäßige Beschwerden, meist in der Hauptflugzeit der Baumpollen von Februar bis März oder der Gräserpollen im Juni und Juli. Bei anderen sind die Symptome stärker ausgeprägt: Konzentrationsstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit mindern die Lebensqualität sowie die Leistungsfähigkeit im Beruf. Manche leiden sogar unter heftigen Niesanfällen – konzentriertes Arbeiten oder gar Autofahren ist da kaum möglich.

Wer im Freien tätig und nicht nur dem Pollenflug, sondern bei der Arbeit zusätzlich einer Staubbelastung ausgesetzt ist, ist jetzt besonders stark belastet – beispielsweise auf einer Baustelle. Neben den akuten Beschwerden können weiter reichende gesundheitliche Folgen auftreten: Bei etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen entwickelt sich im Laufe der Zeit aus dem Heuschnupfen ein chronisches Asthma bronchiale. Die Symptome verlagern sich in die tieferen Atemwege, es kommt zum sogenannten „Etagenwechsel“. Einige Chemikalien wie Isocyanate und allgemeine Stäube, die auf dem Bau häufig vorkommen und die Atemwege belasten, begünstigen diese Entwicklung. Wer dabei noch körperlich anstrengende Arbeit leisten muss, gerät schnell an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Daher sollten gerade Heuschnupfenpatienten sehr auf staubarmes Arbeiten achten und Rat beim Betriebs- oder Hausarzt suchen.

Wer stark unter Heuschnupfen leidet, für den sind Berufsfelder mit hoher inhalativer Belastung durch Stäube, Dämpfe oder Lösungsmittel sowie thermischer Belastung nicht zu empfehlen. Beispiele dafür sind:
  • Konditorei, Bäckerei (Mehlstaub)

  • Landwirtschaft (Tierhaare)

  • Gärtnerei (Pollen)

  • Imkerei, Weberei (Insektenstaub)

  • Holzverarbeitende Industrie (Holzstaub)

  • Warmverarbeitung von Kunststoffen (Isozyonate)
  • Schweißerei (Schweißrauche)

  • Malerei, Lackiererei, Fliesenleger (Lösemittel etc.)

  • Pharmazeutische Industrie (Arzneimittelstaub)

  • Waschmittelindustrie (Enzyme)

  • Friseur (Duftstoffe etc.)

  • Ungeeignet sind zudem Berufe mit überwiegend körperlich schwerer Betätigung wie in der Bau- und Schwerindustrie sowie in Speditionen.

Sollte sich ein allergischer Heuschnupfen bei Personen entwickeln, die schon in diesen Berufen tätig sind, ist besondere Vorsicht angebracht. Um eine Berufsaufgabe zu vermeiden, sollte alles getan werden, um eine Verschlimmerung der Symptome zu verhindern. Dazu gehört vor allem das Unterlassen zusätzlicher inhalativer Schädigungen wie beispielsweise das Zigarettenrauchen. Auch regelmäßiger Ausgleichssport wie Joggen, Fahrradfahren oder Skilanglauf sind zu empfehlen. Bei stärkeren Symptomen sollte ärztlicheHilfe inAnspruch genommenwerden, damit eventuell eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden kann. In den meisten Fällen kann auf diese Weise das Krankheitsbild soweit verbessert werden, dass der Beruf weiter ausgeübt werden kann.

Dr. med. Verena Konerding (Arbeitsmedizinischer Dienst der BG BAU, Zentrum Hannover)/mir,
redaktion@arbeit-und-gesundheit.de
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